Weidentipi-Bau beim Ratzeburger Kanu-Club

Wir, der Jugendausschuss des Ratzeburger Kanu-Clubs, war der Meinung, dass das Vereinsgelände außerhalb des Kanusportes wenig Spielmöglichkeiten für Kinder bietet. Die Sandkiste stand ziemlich verloren auf dem Rasen und so entschlossen wir uns, etwas dagegen zu tun. Da der Ratzeburger Kanu-Club durch seinen Sport eng mit der Natur verbunden ist, sollte auch das neue Spielgerät aus Naturmaterialien bestehen. So war die Idee vom Weidentipi-Bau geboren.
Aber was ist ein Weidentipi überhaupt?
Ein Weidentipi ist ein Zelt aus Weidenzweigen, die im Sommer Blätter tragen. So entsteht eine grüne Höhle zum Verstecken und Geschichten erzählen.

Am 17. Februar 2001 trafen sich der Jugendausschuss, ca. 20 Kinder und Jugendliche des Clubs, sowie einige Eltern als freiwillige Helfer, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Zunächst mussten die Weidenzweige geschnitten werden, die zum Bau des Tipis benötigt wurden, denn nur frisch geschnittene Zweige wachsen auch gut an. Die Stadt Ratzeburg erlaubte uns hierzu die Kopfweiden an der Surferwiese zu beschneiden. Mit Leiter, Teleskopsäge und Rosenschere zog die Karawane auf die Wiese. Eine Gruppe schnitt die Weidenzweige, die andere Gruppe trug sie auf die andere Straßenseite zum Clubgelände.
Als nächstes wurde ein geeigneter Platz für unser Weidentipi ausgesucht und dort der Rasen in Form eines Kreises abgeschält. An der Außenseite des Kreises gruben wir dann einen Graben und stellten die langen Weidenruten hinein. Dabei stießen wir auf einen Findling im Boden, der gleich seinen Platz im Tipi fand. Anschließend wurde der Graben wieder mit Boden verfüllt. Um eine bessere Stabilität der Weidenwand zu erhalten, flochten wir horizontal Weidenzweige zwischen die aufrecht stehenden.
Damit wir nun aus der Weidenwand ein Weidentipi machen konnten mußten die langen Zweige oben zusammengebunden werden. Schließlich sollte niemand von oben in das Haus gucken können. Das alles war einfacher gesagt als getan. Im dritten Anlauf klappte es schließlich. Wir banden die einzelnen Zweige mit Kokosstrick zusammen.
Das Weidentipi sah nun schon wie ein richtiges Weidentipi aus. Da es aber ein ganz besonderes Weidentipi werden sollte, bauten wir noch einen Weidentunnel davor, durch den man kriechen muß, um in das Innere zu gelangen. Das ging schon viel schneller, denn Übung macht den Meister.
Zum Schluß wurde noch Holzhäcksel mit dem Eimer in dem Tipi verteilt, damit es dort auch richtig gemütlich ist.

Spaß gemacht hat es wohl allen fleißigen Helfern, doch auf den Erfolg muß noch bis zum Sommer gewartet werden. Erst dann wird man sehen, ob die Weidenzweige auch wirklich angewachsen sind und die Kinder des Ratzeburger Kanu-Club das grüne Weidentipi beziehen können.