Urlaubstour Rund Als

vom 14.-21.Juli 2007

Nachdem wir uns für die geplante Tour Rund Als 3 Wochen zuvor auf den Schweriner Seen gut vorbereitet, und uns anschließend noch weiter ausgerüstet hatten (Klappstuhl, Südwester, Trinkwasserbehälter, usw.), konnten wir nun am Samstag, den 14.Juli unser Ziel „Dänische Südsee“ in Angriff nehmen.

Das Wetter war prima! Nachdem es auf den Schweriner Seen nicht ganz so gut war, hatten wir gehofft dass es jetzt ein bisschen besser wird. Ich traf mich mit Volker um 9.30 Uhr  in Mölln, Ines kam beim Kanu-Club in RZ dazu, und Kristine sammelten wir sozusagen auf dem Weg nach Dänemark in Lübeck ein. Auf dem Bootsanhänger befanden sich der Schinderhannes, und die beiden Eski`s von Ines und mir. Trotz Ferienanfang kamen wir gut durch, und erreichten den Kanu-Club in Sonderborg um 14.30 Uhr. Nachdem ich uns 2 Wochen vorher telefonisch bei Preben Knudsen angemeldet hatte, wartete er schon im Auto sitzend vorm Kanu-Club und übergab uns dann den Schlüssel fürs Clubhaus. An dieser Stelle nochmal schönen Dank an unsere Freunde vom Sonderborger Kanu-Club. Wir wurden dort von allen Mitgliedern sehr gastfreundlich aufgenommen, und bekamen für unsere Woche auch noch gute Tipps. Hierzu später mehr.
So wie wir die ganze Woche Glück mit dem Wetter hatten, sollten wir ein bisschen Pech mit unserem Material haben. Volker und ich wollten am Samstagabend noch mal schnell den Bootsanhänger richtig positionieren, der sollte ja die ganze Woche hier stehen bleiben, doch leider ging das nicht so schnell wie wir uns das dachten! Der linke Reifen war nämlich platt! Gut, dass uns dieses Missgeschick nicht auf der Autobahn passiert ist.

Endlich ging es los. Boote bepacken, auch das hatten wir bereits auf der Schweriner Tour geübt, und um ca. 10.30 Uhr waren wir auf dem Wasser. Wir durchpaddelten in nördlicher Richtung den Als-Sund, der uns sehr an die Schlei erinnerte, der dann in Richtung Abenraa immer breiter wurde und schließlich an der Spitze von Als in die Ostsee mündete. Die See war hier wie „Blei“. Nachdem wir morgens noch ein bisschen Wind hatten, wurde es tagsüber ein bisschen schwül und ziemlich windstill. Nachdem wir in Kobingsmark die  Zelte aufgebaut hatten, gab es einen kurzen Gewitterschauer von ca.30 Minuten. Abends machten wir noch einen kleinen Spaziergang und erfreuten uns an dem schönen Ausblick von dem Leuchtturm.

Nachts hatte es nochmal geregnet. Aber das sollte uns natürlich im Zelt nicht weiter gestört haben. Durch unsere gute Vorbereitung kam beim Zelte abbauen, und Boote bepacken schon ein bisschen Routine rein. Wieder waren wir so gegen ca. 10.30 Uhr auf dem Wasser, paddelten bei ablandigem Westwind an der schönen Ostküste entlang, die jetzt auch ein bisschen steiniger und steiler wurde. An diesem Tag wurde es ziemlich heiß. Und da auch an diesem Tag kaum Wellen waren, erwähnten wir immer wieder diese gigantische Anzahl von Quallen. Immer wieder kam aus dem Nachbarboot ein langes „Iiiiieeeh“, und alle anderen schmunzelten und wussten gleich was gemeint war.
Wir übernachteten auf einem Campingplatz in Fynshavn. Von hier aus fuhren die Fähren rüber nach Fünen. Kristine, Ines und ich machten uns noch mal zu Fuß auf den Weg zum nächsten Köbmansladen um das Nötigste einzukaufen. Volker musste seine Blasen pflegen, und zwar die an den Füßen – wohl bemerkt! Auf dem Campingplatz gesellten sich Motorradfahrer aus Schweden zu uns … aber alles blieb ruhig. Doch, … Schweden können nach ein paar Bierchen ziemlich gut schnarchen, aber das schaffen nicht nur die Schweden! Vorbei war`s mit der Ruhe.

Der Morgen begann mit der nächsten Hiobsbotschaft, was das Pech mit dem Material anging. Beim Bepacken des Schinderhannes knackte es ganz verdächtig im Unterschiff, und wir beschlossen den Schaden kurzfristig mit Klebeband zu flicken. Eine Rolle Tape – Klebeband sollte man eben auf solch einer Tour immer dabei haben. Nun mussten Volker und Kristine natürlich beobachten, ob der „Wassereinbruch“ zu groß wird, oder ob die beiden es noch bis Sonderborg schaffen. Aber, mit diesem tollen „Tape – Verband“ war das Innenschiff noch trockener als vorher!
Wieder hat es das Wetter gut gemeint mit uns. Sonnenschein, ca. 23-24°C, ruhige See, … aber wir wollten ja auch mal ein bisschen Wellen und Seegang miterleben. Und da der Wind zunahm, und ich aufgrund der Windrichtung absehen konnte, dass wir auch diesbezüglich zu unserem Spaß kommen konnten, bat ich alle sicherheitshalber die Schwimmwesten anzulegen. Als wir die Ostküste verließen, und die Südspitze von Als passierten, hatten wir auf einem Mal 1-1,5m hohe Wellen, und 4-5 Windstärken von vorne. Und das war `ne Riesengaudi. Die Boote mit samt Gepäck lagen wie Bretter in den Wellen. Aber nach 1 Stunde zogen wir es dann doch vor den nächsten Campingplatz anzusteuern.
Auf diesem Campingplatz haben wir wieder ein Mal feststellen können, dass man sich unter Campern fast immer wunderbar versteht und gegenseitig hilft. Unser dortige Nachbar bot mir gleich sein Klapprad, seinen Grill, Anzünder, Grillkohle, Senf und Ketchup an, und wollte absolut keine Gegenleistung von uns haben. Er fand es unheimlich toll wie wir das mit den Kajaks und dem ganzen Gepäck so machen. Mit dem Klapprad bin ich dann einkaufen gefahren. Grillwurst, Fleisch, dänischen Joghurt, usw.

… und wieder Pech mit dem Material. Wir saßen alle währen des Frühstücks um den Gaskocher herum, indem das Wasser für Tee und Kaffee kochen sollte, und plötzlich brannte der Gaskocher! Es war nichts mehr zu retten. Der Gaskocher von Ines hatte seine beste Zeit hinter sich. Zum Glück ist keinem von uns etwas dabei passiert.
Die Wind – und Wellenverhältnisse vom Vortag hatten wir nun den ganzen Tag. Und schon wieder Pech mit dem Material. Ich suchte uns zur Mittagspause einen Strandabschnitt aus, an dem nicht so viele Steine lagen. Aber bei den Wellen ist das vom Wasser aus manchmal etwas schwierig zu beurteilen. Ich nahm etwas Anlauf, und bin, mit den Wellen von hinten, an den Strand gepaddelt. Plötzlich krachte es, und schon war`s zu spät. Ein Loch im Bug. Zum Glück konnte auch dieser Schaden mit Klebeband vorerst behoben werden. Wir waren ein wenig skeptisch, ob wir es bei den Bedingungen bis Sonderborg schaffen. Aber um ca.15.30 Uhr waren wir wieder am Kanu-Club. Dieser letzte Tag der Umrundung war zwar ganz schön anstrengend, jedoch wurden wir zum Schluss durch den wunderschönen Hafen, und dem tollen Blick auf die Burg von Sonderborg entlohnt.

Bummeln durch Sonderborg, und dänische Spezialitäten genießen, wie z.B. das typische dänische Softeis.
Für den Abend beschlossen wir uns erstmal Fisch direkt vom Hafen zu holen. Mmmmh, lecker! Dazu ein bisschen Brot und `n Bier. Man muss es sich halt auch mal gut gehen lassen im Urlaub.
Claus Jacobsen, 2.Vorsitzende des Kanu-Clubs, gab uns den Tipp für die nächsten 2 Tage noch mal durch den Als-Sund bis nach Dyvig und zurück zu paddeln.

Dyvig war ein kleiner ruhiger Ort etwas versteckt im Landesinnern, aber immer noch auf direktem Wasserweg per Kajak zu erreichen, ca.20KM von Sonderborg entfernt. Hier gab es einen Ruder-Club, bei dem wir wieder sehr freundlich aufgenommen wurden. Wir schlugen hier unsere Zelte auf und kochten uns erstmal einen Kaffee. Anschließend ging es nochmal zum Baden in die Ostsee. Man musste ein bisschen aufpassen wo man hin trat, da in dieser Bucht sehr viele Krebse zu Hause waren. Das war offensichtlich bekannt. Denn es kamen immer wieder Kinder vorbei, die mühelos mit Käschern diese Krebse fangen konnten. Man könnte jetzt denken, dass es an diesem Abend Krebs zu Tisch gab! Nein, gab es nicht. Wir vergnügten uns wieder mit unseren Gaskochern und stellten fest, dass Ines eine seeehr gut gewürzte Tomaten/Peperoni/Paprika – Mischung mit an Bord hatte. Es war angerichtet, und alle durften mal probieren. Es war scharf, sehr schaaarf! Volker reichte sofort etwas Brot, da man in solchen Fällen ja nicht gleich was trinken soll!!
In der kommenden Nacht hat es ausnahmsweise mal geregnet, ansonsten hatten wir die ganze Woche Superwetter.

Mit Routine und guter Kondition paddelten wir an unserem letzten Tag wieder zurück nach Sonderborg, tranken dort noch einen Kaffee und gingen nochmal unter die Dusche, bevor wir um 17 Uhr die Heimreise antraten.
Ein Dankeschön auch nochmal an Claus J., der uns sein Radkreuz gab um den Reifen an dem Bootstrailer zu wechseln.

Diese Tour hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht, und ich spiele mit dem Gedanken sehr bald wieder die dänische Südsee zu bereisen/bepaddeln.
Für`s nächste Mal habe ich mir die Region Süd-Fünen/Ärö/Langeland/Strgno ausgesucht. Dieses Gebiet bietet wunderbare Möglichkeiten. Wäre schön, wenn sich wieder Interessierte bei mir melden.

Mit dabei waren Kristine Voigt, Ines Michaelsen, Volker Mann und Marcus Fauck

Euer Wanderwart
Marcus