Schwarze Sonne, zum Tanz der Stare an die dänische Grenze

Mit zehn Paddlern fuhren wir Ende September in den äußersten Norden von Schleswig-Holstein, nach Neukirchen bei Seebüll. Bekannt ist eigentlich nur das Nolde-Museum, welches auch in Sichtweite unseres Campingplatzes lag. Wunderschön gelegen am Hülltofttief, nur die sanitären Anlagen, waren, sagen wir mal…suboptimal, kaltes Wasser und kein Strom. Machte aber nix, das ging auch so. Das Wetter war kühl, aber sonnig, so sollten wir eine gute Sicht auf die Stare haben, die sich schon fleißig versammelten und sich entsprechend lautstark bemerkbar machen, wahrscheinlich chatteten sie, wo sie sich zeigen werden. Am Freitagabend wurden wir von dem Veranstalter, dem Flensburger Kanuverein , vertreten durch Frank Steinauer und einigen anderen freundlichst begrüßt und alle Fragen konnten schnell geklärt werden.

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Die Flensburger hatten den Grill vorgeheizt aber die meisten von uns hatten das wohl in der Ausschreibung überlesen, dass man das Grillgut selbst mitbringen sollte. Machte nix, wir wurden kurzerhand eingeladen, auch ein Bier gab es dazu. Am kommenden Morgen, nachdem die Eiszapfen an der Nase abgetaut waren, starteten wir in Richtung Dänemark, wo wir in Rens einsetzten und dann über die Grönau und Soderau bis nach Tondern fuhren, hier wurde Rast gemacht und die Stadt besichtigt, auf eigene Faust. Natürlich musste auch der klassische Hot Dog verspeist werden, der hier vergoldet sein muss, so teuer, wie der war. Schmeckte aber gut und in Euro bezahlen kann man auch. Am Nachmittag waren wir dann wieder beim Treffpunkt angelangt und dann hieß es sammeln, Boote aufladen und sich auf den Weg zu den Staren machen. Ja, es waren Schwärme da, aber die Sonne verdunkelten sie (noch) nicht. War aber schön. Tausende von Dänen sind auch anwesend, große Reisebusse und viele Menschen mit dickem Fotoequipment. Entsprechend wuselig war das dann auch. Am Abend waren wir dann endlich wieder auf dem Campingplatz, wo zusammengesessen wurde. Von einem Wirt (wir haben im Ort gegessen) erfuhren wir, dass sich die Stare im Ort versammeln und da in sehr großen Schwärmen seien, ebenso im Gotteskoog, man müsste aber bei Sonnenaufgang da sein. Haben wir dann gemacht und uns um 6:00 Uhr aus dem Schlafsack gequält. Na ja, es war kalt, dank eines Kaffees nur von außen, und nebelig. Daher auch wieder keine Stare, die waren im Ort und sangen dort lautstark um die Wette…Aber einen grandiosen Sonnenaufgang haben wir gesehen. Die Sonntagsfahrt ging dann zum Gotteskoog, einem in der Nähe befindlichen Naturschutzgebiet mit VIEL Schilf und wenig Ausstiegsmöglichkeit. Dafür entschädigte die Ruhe und die Seeadler, die über uns kreisten. Nachdem die Zelte wieder trocken waren, haben wir gepackt und sind wieder nach Hause gefahren, SOOO weit ist das auch nicht.

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Das war eine schöne Wanderfahrt, der Campingplatz ist traumhaft und kostenfrei und die Gewässer sehr schön. Danke an Frank Steinauer und die Crew, toll organisiert und als Fahrtenmanager seid Ihr auch hervorragend, habt das super gemacht. Da kommen wir doch gerne mal wieder…

Aufnahmen: Inge Skreb und Christian Zorzel (Flensburger Paddelfreunde)