Ostertour 2013 auf der Werra, ein Wintermärchen….

Die Werra ist einer der beiden Flüsse, die schließlich die Weser bilden und laut einer Umfrage der zweitschönste Fluss in Hessen/Thüringen. So planten Manfred und ich eine mehrtägige Tour auf der Werra zu machen. Mit bangen Blicken auf die Wetterentwicklung, es war alles noch tief verschneit und der Ratzeburger See noch gut zum Eislaufen, beschlossen wir aber doch los zu fahren. Um es vorweg zu sagen, ja, es war ziemlich kalt und ungemütlich, die Tour an sich war aber landschaftlich sehr schön. Wir würden das nächste Mal allerdings 10 Grad mehr bevorzugen. Am Gründonnerstag ging es los nach Gerstungen, wo wir in einer netten Pension, (Pension Wolf) die wir vorher gebucht hatten unsere Reise begannen. Am nächsten Morgen gab es eine Überraschung es hatte geschneit und das Boot war mit Schnee bedeckt. Nicht unbedingt Wetter zum Paddeln. Nachdem wir dann aber über einen guten Steg ins Boot geklettert waren, war es ok, mit warmer Kleidung, reichlich heißen Getränken versorgt paddelten wir dann los. Das erste Wehr war relativ einfach umzutragen, auch das nächste Wehr ging noch. Beim 3. Wehr auf dem Weg nach Creutzburg gab es dann allerdings einige Schwierigkeiten. Wir bekamen das Boot einigermaßen aus dem Wasser, aber weit und breit keine Gelegenheit, wieder einzusetzen. So haben wir mit „Bordmitteln“, Stöcken und angeschwemmten Baumstämmen eine Art Rampe gebaut und das Boot zu Wasser gebracht.

In Creutzburg angekommen haben wir erst mal unsere Pension gesucht und erlebten eine Überraschung, das vorbestellte Zimmer stand nicht zur Verfügung, aber die Wirtin  hatte uns bei einer Freundin untergebracht, die uns eine kleine Wohnung zur Verfügung stellte, Richtig nett mit Kaffee und Kuchen zur Begrüßung. Um auch die Beine zu vertreten besichtigten wir die gleichnamige Burg. Am nächsten Tag wollten wir weiter, richtig- es hatte wieder geschneit…, aber das kannten wir ja schon. Die Einsatzstelle in Creutzburg war etwas schwierig, reichlich Schwall unter der Brücke, aber 300 m weiter war es problemlos einzusteigen. Die nächste Station war Treffurt, hier war der Ausstieg problemlos möglich und das schöne mittelalterliche Treffurt ist eine Reise wert. Wir haben dann erst mal die Burg besichtigt, uns gestärkt und sind dann zum Osterfeuer gegangen. Die Temperaturen waren gegen 0 Grad und es wehte ein eisiger Wind. Keine lockenden Aussichten auf den nächsten Tag, aber- oh Wunder, es war „wärmer“ am nächsten Tag, freundliche 4 Grad und der Wind hatte sich gelegt. Durch die engen Täler mäanderte die Werra mit flottem Tempo und viele nette kleine Schwälle erfreuten das Paddlerherz. Nach wenigen Stunden erreichten wir dann Eschwege unsere Endstation. Leider war der Ausstieg hier nicht so einfach, reißende Strömung und kein Aussatzpunkt in Sicht. Nachdem wir vor dem Wehr lagen und nicht rauskamen, hieß es, gegen ca. 3 km/h Strömung zurückpaddeln. Leider war unsere Ruderanlage defekt, die Seile gerissen und das Zurückfahren gestaltete sich als Kraftakt. An geeigneter Stelle setzten wir dann aus und haben dann in einem langen Fußmarsch endlich das Hotel gefunden, wo schon ein Zimmer auf uns wartete, das auch schon bessere Zeiten ( so ca. vor 20 Jahren) gesehen hatte…

Eschwege selbst hat eine schöne Fußgängerzone und eine sehenswerte Altstadt und ist im Sommer bestimmt recht schön. Am nächsten Tag haben wir dann die Heimreise angetreten, erschöpft, aber recht zufrieden, die Tour können wir (zumindest im Sommer) jedem empfehlen. Zu Ostern ist die Paddelinfrastruktur eher nicht zu empfehlen, da die Gemeinden die Stege und Anlegestellen noch nicht im Betrieb haben.

Um eine Eindruck von der Landschaft zu bekommen, solltet Ihr Euch mal die Bilder ansehen.