Mit dem Kanuboot rund Hiddensee

36 Boote nahmen Kurs auf Hiddensee, umrundeten die Insel in acht bis neun Stunden. Nur kurz wurde der Sund von der Sonne in ein diffuses Licht getaucht, dann setzte der seit Tagen in kurzen Zeitabständen wiederkehrende Regen ein und begleitete die Teilnehmer bis in die späten Nachmittagsstunden. 6.12 Uhr startete das Teilnehmerfeld mit 45 Kanuten 36 Booten (K1, K2) vom Steg des Bootshauses zum 7. Hiddensee-Marathon über eine Distanz von 70 Kilometern.
Während die Wetterlage im Bodden noch als angenehm bezeichnet werden konnte, wurde den Teilnehmern bei der Umrundung von Hiddensee alles abverlangt. Windstärke 3 bis 4 in Böen 5 sowie ein Kräftezehrender persönlicher Einsatz zwangen einige zum Abbruch. In Einzelfällen führten aber auch Materialermüdung oder Technik und Taktik zur Aufgabe.
Während des Marathons wurde die Gesamtstrecke von Sicherungsfahrzeugen befahren, die auch unverzüglich zur Stelle waren, wenn ein Teilnehmer in Schwierigkeiten geriet oder aufgeben musste. Den Teams dieser Fahrzeuge ist es zu verdanken, dass auch in diesem Jahr kein Unfall zu beklagen war. Nach Rückkehr warteten auf die Teilnehmer nicht nur Familienangehörige und Freunde, sondern auch eine heiße Dusche und tatkräftige Physiotherapeuten, die die völlig verspannte Muskulatur wieder lockerten.
Nachdem sich die Heimkehrer wieder erholt hatten, fand ein reger Gedankenaustausch sowohl mit den Teilnehmern auch mit den Zurückgebliebenen statt. Gegen 19 Uhr schritt dann der Vorstand des StralsunderKC zur Tat, und die Siegerehrung begann. Hierbei wurden alle Teilnehmer geehrt und mit Urkunden sowie Preisen bedacht.
Der Marathon ist mittlerweile über die Grenzen Deutschlands bekannt und hat bereits Kultstatus. Er ist unwidersprochen wohl die anspruchvollste Herausforderung für Kanuten und gewinnt Jahr für Jahr mehr an Zuspruch. Der Samstagabend wurde dann mit Gegrilltem und vielfältigen Getränken sowie einer Foto- und Video-Vorführung weitergeführt.
Vom Ratzeburger Kanuclub war Ines Michaelsen mit dabei. Sie fuhr mit einer Kanufreundin aus Hamburg, Sabine Wilcken, im Zweier diese Strecke in 8:58 Stunden.