Kanuwochenende mit dem ETV nach Lühesand

Meine erste große Paddeltour auf der Elbe sollte mich von Hamburg/ Eimsbüttel zur Elbinsel Lühesand führen. Auch für Willi aus Wismar sollte es wohl die erste große Tour auf der Elbe sein. Die Tour startete am Freitag den 15. August. Die Strecke vom Kanuclub zum Hamburger Hafen kannte ich schon vom Anpaddeln, aber schön war der erste Teil der Tour trotzdem wieder. Im Hamburger Hafen konnten wir nicht den direkten Weg entlang den Landungsbrücken nehmen, aber der Umweg, über den Reiherstieg, Ellernholzschleuse, etlichen anderen Häfen und mit einer schönen Sicht auf die Köhlbrandbrücke, war es wert.

Wieder an der Norderelbe angelangt, musste diese erstmal mit Rücksicht auf die großen „Pötte“ überquert werden. Das kann schwieriger werden als einer älteren Dame über sie Straße zu helfen!!! Hatten wir kurze Zeit vorher noch einen Regenschauer abbekommen, sollte es für den Rest des Tages immer in Richtung strahlender Sonne entlang des Museumshafens Övelgönne, der Stadteile Teufelsbrück, Blankenese und Wittenbergen gehen. Ich konnte mir vorher nie so recht vorstellen in der Elbe zu baden, aber bei den schönen Stränden die ich bisher gesehen hatte, änderte ich meine Meinung. Die Gelegenheit in die Fluten der Elbe zu springen, sollte sich die Tage noch ergeben.

In Schulau/ Willkommhöft hatten wir gutes Timing bewiesen, denn wir hörten ein letztes mal für diesem Tag die Nationalhymne für ein auslaufendes Schiff. Mit dem Aufstehen im Boot war es aber etwas schwierig. Nun war es nur noch eine gute Stunde bis zum Tagesziel. Gegen 21.00 Uhr hatten wir die Elbinsel Lühesand erreicht.
Nachdem alle Boote an Land getragen worden waren, wurden als erstes die Zelte aufgebaut. Noch waren wir die einzige Gruppe auf dem Platz, aber es sollten noch Kanuten in der Dunkelheit kommen. Ich gönnte mir nach dem Auspacken erstmal eine Dusche. Danach war es schon recht dunkel. In ruhiger Runde ließen wir den Abend ausklingen.

Ausschlafen war am Samstag leider nicht möglich und auch sonst habe ich die Nacht nicht gut geschlafen. Am Morgen hing dichter Nebel über dem Wasser. Bei diesen schwierigen Bedingungen betätigten die Schiffe lieber öfter ein lautes Warnsignal. Das ausgiebige lange Frühstück in strahlender Sonne ließ die kurze Nacht aber schnell vergessen.
Anschließend unternahm Kerstin mit Willi und mir einen schönen Rundgang um die Insel. Andere lagen in der Sonne und beobachteten die großen Schiffe die vorbeifuhren.

Am frühen Nachmittag  machten sich einige von uns auf dem Weg zu einem schönen Cafe an der Lühe. Dort gab es sehr leckeren selbstgebackenen Kuchen und Torte. Wir hatte noch viel Zeit um zu entspannen, denn erst gegen 16. 00  Uhr sollte die Strömung wieder Richtung Nordsee gehen. Auf den Weg zurück legten Willi und ich noch eine Badepause an einem Strand ein. Abends wurde, nach so einem langen Tag, schön gekocht. 0 8 15 Gerichte gibt es beim ETV (EssenTrinkenVöllerei) ja nicht.
Dieser Abend hatte noch ein schönes Highlight für uns zu bieten. Wir hatten das Glück eine Mondfinsternis zu beobachten. Der Mond wurde dabei bis zu 81% vom Schatten der Erde eingenommen.

Sonntag konnte ich gut ausschlafen und auch sonst schlief es sich auf der ISO-Matte schon besser. Schade dass ein Wochenende so kurz ist, hatte mich gerade so daran gewöhnt. Da die Tide erst gegen 12.15 Uhr Richtung Hamburg laufen sollte, hatten wir absolut keinen Stress mit Frühstücken und Sachen packen. Als endlich die Boote unten am Strand lagen, wurde aber noch nicht gleich eingestiegen. An das Warten auf die richtige Tide muss ich mich noch gewöhnen. Mit dem Strom ging es dann aber doch kurze Zeit später los. Wir hielten uns diesmal auf der rechten Seite an den grünen Tonnen, denn auf der Insel Schweinesand wollten wir noch eine Badepause einlegen. Die großen Schiffe zogen unermüdlich an uns vorbei. Die kennen auch keinen Sonntag. Aber es ist schon sehr beeindruckend. Man fühlt sich nicht nur klein man ist auch verdammt klein!!!
Bei der Badepause konnte ich dann auch am eigenen Leib spüren wie kräftig die Strömung ist.

Auf dem AIRBUS Gelände konnten wir noch einen A380 beim Starten beobachten. Am Himmel zeigte sich ein Wetterphänomen, ein HALO. Dieses hatte ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen. Wie mir von Willi erklärt wurde, bedeutet so ein HALO eine Wetteränderung. Und so kam es dann am Montag auch.

Verbotenerweise fuhren wir nicht den Umweg, sondern direkt an Blohm & Voss und den Landungsbrücken vorbei. Die Gruppe musste nun eng zusammenbleiben, denn die großen Schiffe und Barkassen hatten Vorfahrt und waren nicht gerade langsam. Die Wellen im Hafen waren auch nicht zu unterschätzen. Aber alle waren sicher im Boot. Wir ereichten schließlich ohne Kenterung die Schleusen.
Für das letzte Stück über die Innen- und Außenalster mobilisierten einige nochmal alle Kräfte die sie hatten.
Das wunderschöne Wochenende klang mit einem gemeinsamen Essen beim Stamm-Griechen aus.