Jugendtour zum Ski- und Schneeschuhwandern im Harz 2018

Es war ja durchaus nicht sicher, ob wir überhaupt fahren konnten, denn im Harz war so viel Schnee in Verbindung mit Sturm heruntergekommen, dass viele Straßen wegen Baumhindernissen gesperrt waren. Nachdem wir uns mehrfach abgesprochen und immer die Verkehrsmeldungen im Radio/Internet verfolgt haben, sind wir losgefahren. Schneeketten hatten wir keine dabei, aber gute Winterreifen auf den beiden Autos. Die Fahrt war unspektakulär, im Harz war auch nicht viele los, da alle Loipen und alle Lifte ebenfalls gesperrt waren. Und das bei den Schneemengen, einfach toll, das perfekte Wochenende ausgesucht.
In unserer Ferienwohnung angekommen, wurden erst mal die Zimmer verteilt, eins für die „Mädels“ und eins für die „Jungs“, ist man halt zu mindestens 4 Mann auf der Stube, macht ja nix, war ja nur für 2 Nächte. Die Hütte vom Deutschen Alpenverein war preiswert und hatte Selbstversorgung, also hatte Ulf, fürsorglich, wie er nun mal ist das Abendessen bereits vorgekocht, musste nur noch warm gemacht werden. Es sollten noch 2 andere Gruppen kommen, die waren aber noch nicht da, daher haben wir uns erst mal ausgebreitet und einen Gruppenraum für uns beschlagnahmt.
Schwieriger war es mit den Sanitärräumen, es gab eine Dusche (unisex) für alle und einige, wenige Waschbecken. (Die meisten beschlossen, dass Waschen sowieso überbewertet wird und verschoben das Duschen dann auf zu Hause).
Am Samstag ging es nach ausgiebigem Frühstück dann los Richtung Braunlage zum Wurmberg . Hier stiegen wir dann mit Niels, Max und Jan-Ole, sowie der von extern angereisten Dorit auf den Wurmberg. Daniel und Ulf mit Ski, Dorit und ich mit Schneeschuhen. Ganz schön praktisch, diese Dinger und wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat, läuft es sich gut damit. Das Klettern über die Baumhindernisse stellte allerdings eine Herausforderung dar. Alle Mädchen und die Zwillinge entschieden sich für Rodeln und zogen mit den Schlitten ab. Wir vereinbarten einen Treffpunkt an der Mittelstation, dort angekommen stiegen die Männer und die Jungs weiter auf, um durch den Tiefschnee zu fahren (wann hat man das schon mal so schön, völlig unberührter Tiefschnee im Harz!). Sina, Josephine und Kaja warteten schon auf uns und wir sind dann erst mal etwas essen gegangen, die Suppe war exzellent, man musste allerdings ganz schön lange darauf warten. Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind die Mädels mit den Rodeln talwärts gesaust und ich mit den Schneeschuhen langsam hinterher. Am Ato warteten wir auf die anderen und nach und nach trudelten dann alle ein. Einige wollten dann in die Unterkunft und chillen, andere ins Hallenbad, also teilte sich die Gruppe. Wir fuhren mit Daniel zurück und verließen uns auf das Navi, welches uns den schnellsten Weg zur Hütte zeigte. Leider hatte die Dame im Satellit einen schlechten Tag und schickte uns einen Feldweg (stand auch ein Schild dran, dass es kein regulärer Weg sei…) rein. Als es immer enger wurde und keine Möglichkeit zum Wenden gab, entschloss sich Daniel rückwärts zurück zu fahren, das war keine gute Idee, denn auf der komplett vereisten Piste rutschte der schwere Wagen in den Graben, so n‘ Mist. Hilfe war keine in Sicht, so ging Daniel in Richtung Straße, einen Abschleppdienst zu organisieren, nachdem mehrere Ideen zum Herausfahren aus dem Graben gescheitert waren. Zwei von den Jungs sind dann auch los, Hilfe zu holen.
Doch dann – oh Wunder- es näherte sich ein Licht und ein riesiger Pistenräumtraktor mit Schneeketten näherte sich uns. Und- glaub es oder auch nicht- ich hatte grade gedacht, so eine Pisten raupe, das wär’s jetzt, die holt uns da raus. Und- schwupps- da war eine….
Der freundliche Herr von den Landesforsten Oberharz befand sich zwar auf dem Heimweg, erklärte sich aber bereit, uns zu helfen. Dank eines sehr stabilen Schlittenseils, viel Glück und methodischem Geschick gelang es, den Wagen aus dem Graben zu ziehen und bergan bis zu einer Wendeschleife zu schleppen. Danach ging es im Schneckentempo immer die Straße entlang, die Raupe blieb netterweise so lange bei uns, bis wir sicher an der Hauptstraße angelangt waren. Allerdings fehlten uns jetzt zwei Jungs, diese waren auf dem Weg Hilfe zu holen in Richtung Hütte getrampt. Da dort kein Handyempfang war, gestaltete sich die Kommunikation zwischen den jetzt 3 Gruppen (Hallenbad, 2 Jungs und Daniels Gruppe) schwierig und es dauerte etwas, bis wir wussten, es ist alles in Ordnung. Aus- wir fahren mal eben heim… waren mehrere Stunden geworden und es war inzwischen stockfinster. Was für ein Abenteuer! Wir bedanken uns bei Herrn Windisch von den Landesforsten für seine Hilfeleistung.
Nach ausgiebigen Abendessen, was wiederum von Ulf schon vorbereitet war, sind wir dann noch auf eine kleine Nachtwanderung gegangen, mit Fackeln, das war auch sehr schön.
Am kommenden Tag war wieder herrlichstes Winterwetter und wir sind nach Oderteich gefahren, um dort zu rodeln. Dank mehrerer Rodel schlitten, davon einige SEHR alt, konnten alle mal den Berg heruntersausen. Ich habe das mindesten 45 Jahre lang nicht mehr gemacht und völlig vergessen, wie man lenkt, jede Schneewehe war meine…machte aber super viel Spaß und mein alter Kinderschlitten hielt sogar das Gewicht von zwei Frauen aus, die laut lachend den Berg herunterfuhren. Dorit und ich haben dann noch eine Schneeente und die Jungs eine Festung (Iglu) gebaut. Von dort gab es eine grandiose Schneeballschlacht, bevor wir nach ausgiebigem Picknick an Ulfs Camper schließlich die Heimreise antreten mussten.
Fazit: Auch im Schnee kann man Spaß haben und im nächsten Jahr machen wir das wieder. Versprochen.