Giethoorn 2018

Zum langen Himmelfahrtswochenende lud der Kanuverein Zwolle, Holland, den Ratzeburger Kanuclub aus Schleswig Holstein, zum 24. gemeinsamen Treffen nach Giethoorn ein. Das Paddelrevier des Nationalpark Weerribben-Wieden in der niederlänsichen Provinz Overijssel wurde an 3 Tagen vom Standquartier in der Nähe der Dwarsgracht aus erkundet. Bei dem Nationalpark handelt es sich um die größte Sumpflandschaft Westeuropas, die aus Moor- und Feuchtwiesen, Schilfgebieten, Sumpf- und Buchenwäldern besteht. Es ist sehr urwüchsig, wurde aber früher von den Menschen gerade durch den Torfabbau, als Brennmaterial, geformt. Deiche und viele schnurgerade Grachten und zwischendurch einige Seen prägen das Landschaftsbild rund um die beschauliche Kleinstadt Giethoorn und geben Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Am ersten Paddeltag fuhren wir die Dwarsgracht entlang und kamen auch gleich an einigen Hausbooten vorbei. Für Radfahrer ist diese Gegend ebenfalls ein schönes Revier. Die höchsten Erhebungen stellen die Bücken über die Grachten da, die es hier zahlreich gibt. Neben den Hausbooten gibt es hier viele gemütlich aussehende Reetdachhäuser. Es scheint hier nur Wassergrundstücke zu geben. Um sich hier zurechtzufinden sind guten Karten Voraussetzung.
Wir als Paddler können zum Glück die kleinen Kanäle und Gräben entlang fahren, so dass man gut dem Motorbootsverkehr entkommen kann. Und so können wir die Natur mit ihren bunten Wiesen und den Vogelkonzerten in vollen Zügen genießen. Über den See Beulakerwijde gelangen wir zum Besucherzentrum De Wieden, ein schöner und informativer Pausenplatz. Anschließend geht es wieder in die geschützten Grachten von Vaartsloot und Stobbekamp entlang. Immer wieder kommen wir an Stapeln bereits geerntetes Reet vorbei, die nur noch darauf warten abtransportiert zu werden, um ein Haus neu einzudecken, von denen es in dieser Gegend zahlreiche gibt. Führer preiswertes Produkt direkt aus der Natur, heute ein edles und teures Vergnügen sein Haus mit diesem Rohstoff zu bedecken.
Zurück am Campingplatz werden uns in den nächstenTagen,gerade abends, die Gnitzen ganz schön das Leben schwer machen. Helfen kann da nur einheimischesSpray,oder die wohlriechenden Räucherkerzen die in allerVoraussichtals Begrüßungsgeschenk schon bei Ankunft ausgegeben wurden. Um sich von der schönen Gegend, deren Natur und Menschen noch ein besseres Bild machen zu können, gibt es am Abend einen Film über Giethoorn, allerdings auf holländisch, aber die Kanufreunde übersetzen gerne.
Am zweiten Paddeltag geht es direkt durch die Ortschaft Giethoorn. Ein großer Anziehungspunkt für zahlreicheTouristendie quer durch Holland unterwegs sind. Durch die Grachten entlang der schönen Häuser undVorgärtenwird es auf demWasserganz schön eng. Die geführten Tourenboote und deren Kapitäne wissen schon was sie tun, aber die vielen Freizeitkapitäne mit den geliehenden Elektrobooten spielen eher Autoscooter. Da will man als Kanute nicht in die Mangel genommen werden. Bei diesem schönenWetterist noch um so mehr los. Nur langsam geht es voran.
Wir paddeln in Richtung Norden und lassen die Hauptader von Giethoorn irgendwann hinter uns und genießen es, das es wieder wesentlich ruhiger wird.
Später kommen wir auf den See Bovenwijde, wo wir auf der Insel mitten auf dem See eine ausgiebige Pause einlegen. Wir sind aber natürlich nicht die einzigen hier. Am Nachmittag fahren wir die Grachten im südlichen Gebiet von Griethoorn ab, bis wir wieder am bekannten und vollem Zentrum ankommen. Der Weg zurück zum Campingplatz wird dann wieder ruhiger und bietet einen angenehmen Abschluss eines schönen Paddeltages.
Am späten Nachmittag finden sich alle Zusammen, um in großer Runde das traditionelle holländische Pfandkuchen Essen zu begehen. Ob großer oder kleiner Kocher, ob süß oder herzhaft, jeder so wie er mag, wird auf jeden Fall sehr satt von dieser Leckerei!!
Abends werden wir noch zu einer Runde Holzschuhgolf eingeladen. Ich rate jedem der die Möglichkeit zu diesem Spiel bekommt, es einfach mal auszuprobieren. Der Spaß kommt nicht zu kurz!