Unser Ausflug an die Nordsee

Sollen wir fahren… Sollen wir nicht fahren…?! Na ja, die Sonne scheint ja ein bisschen. Und es sind schon 8 Grad Celsius, obwohl März ist! Mit dieser Begründung begannen wir die Fahrt nach St. Peter Ording, um mit zwei Kurzbooten und zwei Polobooten in den Wellen der Nordsee zu paddeln, die im März ja relativ hoch sein sollen. So beluden wir das kleine Auto mit großen Booten, quetschten alles, was wir brauchten (Spritzdecken, Neoprenanzüge, Paddeljacken, Verpflegung), in den Kofferraum und alle Menschen (Martin Rybarek, Norman Bell, Dominik Hack, Gordon Bell) in den Innenraum. Die Ähnlichkeit zu einer Konservendose ließ sich irgendwie nicht leugnen… ?
Gut gelaunt verließen wir Ratzeburg, um dem Regen entgegenzufahren, wie wir später feststellen sollten. Mehrmals sahen wir Leute aus ihrem Autofenster zeigen und lachen, als sie uns sahen. Wir waren uns nie ganz sicher, ob sie einfach nur den Anblick lustig fanden oder vielleicht doch die Vorstellung, bei diesem Wetter aufs Wasser zu gehen?! Als wir dann nach einigen Hindernissen (Pfützen, Löcher, Navigationssysteme) letztendlich doch am Strand ankamen, war der Himmel grau und es regnete. Meine vier Männer zogen sich dennoch (fast) ohne zu murren in dem eisigen Wind um, während ich sie fotografierte und mich freute, meine dicke Winterjacke anzuhaben. Die Stimmung war super!
Dann ging es aufs Wasser. Die Wellen waren… na ja. „Die Flut ist ja auch noch gar nicht da! Das wird noch besser!“ Diese Hoffnung schwand mit der kommenden Flut und der darauf folgenden Ebbe. Die Wellen waren eher so, wie wir sie an stürmischen Tagen auch von dem Ratzeburger See kennen. Trotzdem paddelten alle tapfer und suchten sich eine andere Beschäftigung: Treibgut aus der Nordsee fischen, unter anderem eine Zuckerrübe, die wie ein Poloball aussah, und ein Wasserrohr, das auch als Sessel dienen kann.
Solange die Männer sich Salzwasser in den Mund sprühen ließen, um es dann auszuspucken und den Mund mit Apfelschorle auszuspülen, machte ich einen Spaziergang. Fast wäre ich nicht wieder zurückgekommen, weil ein wahnsinnig gewordener Mann in einem dreirädrigen Gefährt und einer Art Fallschirm in der Luft den Wind nutzte, um sehr sehr schnell über den Strand zu rasen. Ich fand neben vielen Muscheln auch ein undefinierbares Gewächs, das Dominik und ich „Wasserpalme“ oder „Strandmop“ tauften, und Babymöwen, die sich nach weiterer Nachforschung als Strandläufer entpuppten.
Als ich zurückkam, hatten auch die letzten Paddler das Handtuch geschmissen und standen frierend am Strand. Sie zogen sich um und wir luden die Boote auf. Dann quetschten wir uns alle in das Auto, ich ließ den Wagen an… NICHTS!!! Die Warnung meines Vaters fiel mir wieder ein: Die Batterie würde sich sehr schnell entladen, Überbrückungskabel seien im Kofferraum. Nur dass sich am Strand von St. Peter Ording abends um 17.00 Uhr leider keine anderen Autos befinden. Der ADAC kam 1 ½ Stunden später – mit einer Handbatterie, da er mit seinem Abschleppwagen nicht auf den Strand fahren wollte. Um es kurz zu machen: Um 21.30 Uhr kamen wir endlich wieder in Ratzeburg an, völlig erschöpft, aber auch sehr glücklich. Die Fahrt hat uns allen sehr viel Spaß gemacht, wir haben viel gelacht und auch ohne große Wellen den Ausflug an den wunderschönen Strand von St. Peter genossen. Unser Fazit: Es hat sich gelohnt!!!